Monika Christina Brun

Monika Christina Brun war während einiger Jahre als Oberärztin in der Psychiatrischen Klinik Wil tätig. Seit 2001 führt sie in Winterthur eine eigene Praxis. In den 90er-Jahren begann sie an der Schule für Gestaltung und beim Steinbildhauer Cesare Ferronato sowie bei der Bildhauerin Anna-Maria Bauer ihre künstlerische Ausbildung. 
Seither arbeitet sie auf der einen Seite als Kunstschaffende, auf der anderen Seite als Psychiaterin in den Spezialgebieten «frühe Traumata» und «Homöopathie». Monika Christina Brun lebt seit 2005 in Wil.

Fotos der Ausstellung von Monika Christina Brun (© Bruno & Eric Bührer)

Aufenthalt

01.04. - 30.06.2008

Monika Christina Brun, Bedigliora, 2008

Abgestützte Mittelwand, Draht, 62 x 42 x 32 cm

Aus: unScheinbar, Arbeiten zur Silberlingfrucht

Einführung zur Ausstellung

Monika Brun ist seit April hier in der Casa Atelier. Sie ist Ärztin und Kunstschaffende.

Schon als Kind in Luzern wollte sie Bildhauerin werden. Für ihre Eltern war das aber kein richtiger Beruf (wie bei ihrer Vorgängerin Annemie Bogaerts). So studierte Monika Brun Medizin und wurde Ärztin. Sie spezialisierte sich auf Psychiatrie. Monika Brun hat in der der Psychiatrischen Klinik Wil gearbeitet und führt seit 2001 eine eigene Praxis in Winterthur.

Parallel dazu hat sie an der Schule für Gestaltung in Zürich Kurse belegt in Zeichnen, Malen, Farbenlehre, Modellieren, Aktstudien – zum Teil auch bei Anna-Maria Bauer. Bei Cesare Ferronato besuchte sie 1991 in Zürich eine Einführung ins Steinbildhauen.

Monika Brun sagt, dass sie seit ihrer Jugend ein Interesse an der Natur hat und auch am Menschen. In ihrer Arbeit in der Psychiatrie schärft sie die Wahrnehmung, die Sensibilität für menschliche Machtverhältnisse und auch für Lebenswege und Gedankengänge der Menschen. Dabei entstand – und entsteht immer wieder – ihr Interesse für Wegspuren.

Monika Brun hat Material und Fotos zum Thema Wegspuren gesammelt, zum Beispiel Spuren von Wasser im Sand oder Holzwurmfrassspuren in Ästen. Auch hier in Bedigliora wollte sie zum Thema Wegspuren arbeiten. Nämlich Frassspuren an Blättern von Pflanzen.

In Bedigliora war es aber, als sie im April ankam, nass. Monika Brun hat kaum Frassspuren an Blättern gefunden. Aber ihr fielen die Mondviolen auf. Die zeichnete sie zuerst. Dann entstanden räumliche Arbeiten dazu mit Schnur, Draht, Klebstreifen. Monika Brun zeichnet, abstrahiert, spielt mit den Formen.

Monika Brun sagt: «Meine Arbeiten sind immer themenzentriert. Für die Darstellung suche ich das Mittel, das meiner Empfindung am nächsten kommt. Die Themen Sensibilität und Wegspuren verfolge ich seit Jahren.»

Monika Brun hat mir gesagt, dass sie die Vorstellung hatte, in ihrer Arbeit etwas Expressives zu schaffen. Arbeiten mit starkem Ausdruck von Gefühlen, von Farbe und Form. Aber sie hat gemerkt, dass das nicht das Ihre ist.

Wenn wir hier ihre Arbeiten sehen, dann wird deutlich, dass sie etwas Bewegliches, etwas Fragiles haben. Monika Brun geht immer wieder von ihrem eigenen Empfinden aus, und das mit einer grossen Sensibilität. 

Anna Barbara Züst, 28. Juni 2008