Christine Bremi

Aufenthalt

08.02. - 18.03.2018

Bewegung in Balance

Christine Bremi verbrachte 2007 schon einen Arbeitsaufenhalt in der Casa Atelier Bedigliora.

Sie beobachtete Licht und Schatten in der Umgebung der Casa Atelier und verarbeitete ihre Eindrücke in Objekte aus verschiedenfarbigem Ton. 

Christine Bremi, Wandobjekt aus Ton, Bedigliora 2007

Einführung zur Ausstellung

Christine Bremi lebt in Zürich. Ihr erster Beruf war Kindergärtnerin. Später hat sie die Ausbildung zur Werklehrerin an der Schule für Gestaltung in Zürich gemacht. Sie hat immer gezeichnet und gemalt, bei dieser Ausbildung hat sie gemerkt, dass sie das weiche Material Ton besonders gerne hat.

Für die drei Monate in Bedigliora hat sie sich schon im voraus Gedanken gemacht, wie sie arbeiten will in dieser Zeit, an diesem Ort. Sie hat sich entschieden, Wandobjekte zu machen, aus dem praktischen Grund: Für ihre Ausstellung wollte sie keine Konsolen / Podeste mitnehmen. Bei der Arbeit mit Ton gibt es ohnehin viel Material zu transportieren.

Christine Bremi sagt zu ihrer Arbeit: «Ich möchte mit wenig und einfachen Mitteln etwas ‚Schönes’ zustande bringen. Erscheinungen aus der Natur sind für mich Inspirationsquellen (Äste, Steine, Samen, Landschaftsformen)».

Christine Bremi liess sich auch hier anregen von Eindrücken rund um die Casa Atelier. Zuerst waren das eine Reihe Tontöpfe vor der Tessitura. Dann haben Bilder von Licht und Schatten sie fasziniert, z.B. auf der neuen Hausfassade von Marlis Kasper. Christine Bremi hat diese Schattenbilder zuerst gezeichnet und nachher aus dünnen Tonplatten geformt.

Im Eingang der Casa auf dem Granitboden lag an einem Tag ein Lichtviereck. Christine Bremi hat noch nicht herausgefunden, woher und wie dieses Licht in die Casa kommt. Als nächstes haben die Gassen in Bedigliora Christine Bremi beschäftigt: einerseits die runden Steine auf dem Boden, andererseits die gebrochenen Linien in den Gassen. Christine Bremi hat beobachtet, wie die Flächen der Hauswände aufeinander treffen und die Gasse weiterführen.

Wie kommen Flächen zusammen? Wie sieht es da aus, wo sie zusammenstossen? Wo gibt es Brüche und Winkel? Was für Linien entstehen? Das hat Christine Bremi interessiert.

In der Pergola waren es die Ranken der Reben, die Christine Bremi zu einem Objekt angeregt haben.

Christine Bremi hat ihre Objekte brennen lassen. Sie hat TöpferInnen gesucht in der Umgebung, die ihr den Brennofen zur Verfügung gestellt haben.

Nach dem Brennen hat Christine Bremi Objekte geräuchert. Sie sagt, wie sie das macht.

Sie hat auch Objekte poliert: Geformte Objekte, die nicht gebrannt sind, poliert Christine Bremi lang, so lang, bis sie glänzen. Sie macht das mit einem Löffel. Das ist eine ganz alte Technik, die man auch bei antiken Töpferwaren in Museen sieht.

Anna Barbara Züst