Lia Lichtenstein

Aufenthalt

01.01. - 31.03.2010

Lias Wachshaus

Lia Lichtenstein zeigt Arbeiten zum Thema Wachshaus

Samstag 19. Juni 2004 von 15–19 Uhr
Geöffnet: Sonntag 20. und Mittwoch 23. Juni
von 15 – 19 Uhr

Wachsobjekte

Aus der Serie Häuser, Wachsobjekte, 19 x 11 x 11 cm, 2010

Einführung zur Ausstellung

Lia Lichtenstein lebt in Zürich, mit zwei ihrer drei erwachsenen Töchtern. Als junge Frau hat sie die Ausbildung zur Werklehrerin an der Schule für Gestaltung in Zürich gemacht. Sie arbeitet  an der Pädagogischen Hochschule in Zürich. Sie unterrichtet die angehenden LehrerInnen im Fach «Gestalten». Sie arbeitet auch als Supervisorin im Hort- und im Schulbereich.

Von Oktober 2009 bis März 2010 hat Lia Lichtenstein einen Weiterbildungsurlaub an der Pädagogischen Hochschule. Die ersten 3 Monate brauchte sie dazu, zu reisen. Sie war auch in Bordeaux, von wo sie Foto-Arbeiten zeigt. Die zweite Hälfte ihres Urlaubs verbringt sie in der Casa Atelier. «Sie freue sich auf eine intensive Zeit zur Auseinandersetzung mit künstlerischen Fragen», hat sie der FCAB geschrieben.

Sie hat hier in zwei Bereichen gearbeitet. Der eine ist ihr angestammter Bereich: plastische Arbeiten. Lia Lichtenstein interessiert sich für das Objekt und für seine Ausdehnung im Raum. Sie interessiert sich auch für das Objekt als Körper, der einen Innenraum und einen Aussenraum hat.

Lange hat Lia Lichtenstein mit Ton gearbeitet. Schon vor ihrer Zeit in Bedigliora hat sie Wachs als Arbeitsmaterial entdeckt. Die Objekte aus Wachs stellt sie so her: Sie baut aus Tonplatten zB. ein Haus. In die Öffnung des Hauses giesst sie warmen Wachs. Indem sie das Haus schwenkt, verteilt sich der Wachs im Innern des Hauses. Bei mir ist dabei die Vorstellung vom Chocolatier und den Osterhasen aufgetauscht. Nachdem die weiche Tonhülle entfernt ist, erscheint das Wachshaus. Es hat etwas Durchscheinendes an sich, es wirkt zerbrechlich. Es hat eine spezielle Farbigkeit.  In der Unregelmässigkeit  der Oberfläche spürt man noch etwas von der Wärme des Wachses. Lia Lichtenstein hat sich auch von Formen des Ateliers anregen lassen, von der Fensternische, von der Türöffnung vom Arbeitsraum zum Schlafzimmer. Diese nicht rechtwinkligen Formen hat sie als Volumen in Wachs geformt.

Lia Lichtenstein hat ihren Aufenthalt in der Casa Atelier auch benützt, um ins Fotografieren einzusteigen. Sie hatte schon länger den Wunsch, mit Fotografieren anzufangen. Der Freiraum, den der Aufenthalt in der Casa Atelier Bedigliora bietet, kam ihr dafür sehr gelegen. Beim Fotografieren liess sie sich treiben und schaute, was ihr in die Augen springt. Auch hier sind es unter anderem Körper: aufgebockte Pedaloboote in Lugano, Heuballen, Segelschiffe in Genua. Lia Lichtenstein hat die Fotos nicht bearbeitet. Sie wollte genau hinschauen, den Ausschnitt bestimmen  und dann das Bild so stehen lassen.

Lia Lichtenstein hat sehr gerne in der Casa Atelier gearbeitet. Die kargen Räume gefallen ihr, die Ausblicke und das Licht. Es gab Momente, wo sie nicht weiter wusste, aber sie fand immer wieder weiter und die Atmosphäre in der Casa Atelier Bedigliora half ihr dabei.

 

Anna Barbara Züst, 16.03.2010