Helga Eibl

Helga Eibl wurde 1954 in Ebensee geboren. Sie lebt und arbeitet in Salzburg. Seit 2002 verbrachte sie Arbeitsaufenthalte in Schweden, Tschechien, Portugal, Italien, Griechenland und in der Schweiz. Sie nimmt an Symposien und Ausstellungen im In- und Ausland teil.

Aufenthalt

01.04. - 30.06.2010

Helga Eibl, Bedigliora, 2010

Einführung zur Ausstellung

Wir stehen inmitten der Bilder von Helga Eibl, sie hat drei Monate hier gearbeitet. Am Ostersonntag ist sie mit Franz Lageder und Wolfgang Eibl  von Salzburg, wo sie lebt, hergefahren. Mit einem grossen vollbepackten Lieferwagen. Die grossen bespannten Leinwände hat sie aus Salzburg mitgrbracht.

Hier in der Casa Atelier  hat sie überlegt, wie  und wo sie die Leinwand hängt oder stellt, um arbeiten zu können. Im Keller hat sie zwei leere Getränkeharasse gesehen, die waren genau richtig  und haben ihr als Staffelei gedient. Jeweils am frühen morgen hat sie gemalt, nachher ist sie oft wandern gegangen.

Helga Eibl hat mir erzählt, wie sie  aufs Malen kam: Ihr erster Mann Wolfgang Eibl  ist Künstler.  Ab und zu hat sie damals seine Farben ausprobiert. Irgendwann hat sie ein erstes Bild gemalt, im Jahre 1987. «Das geht ja», stellte sie erstaunt fest. Sie merkte, dass die Bild-Sprache gut zu ihr passt. Bilder sind in ihr vorhanden, und sie will sich ausdrücken.

Seither arbeitet sie kontinuierlich an ihren Bildern. Sie malt mit Acryl- Farbe. Verschiedene Male hat sie in Oesterreich ausgestellt und auch in der Toscana. In Schweden und in Tschechien hat sie 2003 für jeweils einen Monat ein Atelier-Stipendium bekommen.

Helga Eibl weiss nicht im Voraus, wie ihr Bild aussehen wird. Sie beginnt, sie malt und sie übermalt auch wieder. Sie sagt, sie müsse  s e h e n, ob etwas stimmt. Der gelbe Hut, zum Beispiel, auf dem Bild mit dem Hund – den hatte sie sich  weiss vorgestellt.

Sie arbeitet viel in Schichten, manchmal arbeitet sie auch mit den Händen. Auf den Bildern sind Spuren, wie im Leben, sagt Helga. Früher hat sie eher dunkle Bilder gemalt. Jetzt kann sie auch etwas weiss lassen.

Nach dem Malen hat Helg Eibl das Malcantone erwandert.  Sie wandert gerne, gerne auch allein. In verschiedenen Ländern war sie alleine zu Fuss unterwegs. In der Stille des Ateliers, beim konzentrierten Allein-Sein ist ihr aufgefallen, dass Bilder von wo anders, von früheren Reisen aufgetaucht sind. Sie hat sogar den Eindruck, dass sie malt, was gerade  n i ch t  hier ist. Wasser, Blau,  -   Sehnsuchtsbilder.

Helga Eibl hat lange als Volksschul-Lehrerin gearbeitet. Sie hat ihren Sohn Florian grossgezogen. Vor zehn Jahren  hat sie sich zur Malleiterin im Ausdrucksmalen ausgebildet.

Nach den drei intensiven und konzentrierten Monaten hier  sagt sie, sie sei etwas müde vom Malen. Noch nie hat sie drei Monate an einem Stück nur zum Malen gehabt. Sie hat die Zeit hier sehr genossen und findet die Spanne von drei Monaten ideal für einen Atelier-Aufenthalt.

Jetzt freut sie sich, mit ihren zwei Begleitern und dem Lieferwagen voll von Bildern  (15 Stück sind es)  zurück nach Salzburg zu fahren. Und sie freut sich darauf, ihre kleine Enkeltochter wieder zu sehen.

 

Anna Barbara Züst